Hochkarätige Diskussion beim Brandenburgischen Hausärztinnen- und Hausärztekongress in Neuruppin - Gute medizinische Versorgung wird es nur mit gestärkten Hausarztpraxen geben
Wie kann die medizinische Versorgung der Menschen in Stadt und Land auch zukünftig sichergestellt werden? Diese Frage diskutierten die Brandenburgischen Hausärztinnen und Hausärzte am 4. und 5. September in Neuruppin.
Der Brandenburgische Hausärztinnen- und Hausärztekongress bot neben einem umfangreichen Fortbildungsprogramm für das gesamte Praxisteam auch viel Raum und Zeit zur Beantwortung der brennenden Fragen, die Digitalisierung, demografischer Wandel und sich ständig ändernde wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen mit sich bringen.
Unter anderem der Co-Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Dr. Markus Blumenthal-Beier, und Prof. Konrad Schmidt von der Medizinischen Hochschule Brandenburg stellten sich den Fragen der anwesenden Medizinerinnen und Medizinern und zeigten Perspektiven gelingender ärztlicher Versorgung auf.
Hausärztliche Versorgung werde nicht bleiben, wie sie war, stellte Schmidt fest. Neben Entwicklungen wie der Digitalisierung und anderen Faktoren wie einer zunehmend alternden Gesellschaft habe es auch Versäumnisse bei der Nachwuchsgewinnung von Ärzten gegeben.
Schmidt warb für ein Primärarztsystem, in dem der Haus- oder Kinderarzt zwingend die erste Anlaufstelle der Patienten ist, um die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems effizienter zu machen.
Auch Hausärzteverbandschef Blumenthal-Beier sprach sich für ein solches Primärversorgungssystem aus und machte deutlich, dass dafür die Hausarztzentrierte Versorgung unabdingbar ist. „Wir können die Menschen am besten versorgen, wenn sie uns kennen und umgekehrt, darum ist die kontinuierliche Bindung zwischen Patienten und hausärztlicher Praxis so wichtig. Die Patienten müssen wissen: der kennt mich, auf die Praxis kann ich mich verlassen“, so Blumenthal-Beier.
Weiterhin werde hausärztliche Versorgung mehr und mehr zur Teamarbeit in der gesamten Praxis, so der Co-Bundesvorsitzende.
Martin Wandrey, Arzt in Weiterbildung, betonte, dass unter der jungen Hausärzteschaft, auch vor dem Hintergrund neuer allgemeinmedizinischer Institute in Brandenburg und Cottbus und der Kursweiterbildung für angehende Hausärztinnen, Optimismus und Aufbruchstimmung herrschten.
Organisiert hatten den Kongress der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Brandenburg, das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin an der MHB und das Institut für hausärztliche Fortbildung.
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